Bernhardiner-Abwurfkapsel für den Katastropheneinsatz im alpinen Gelände

Mobile Landekapsel für webfähige Suchhunde

Vermisste quälen vor allem drei Fragen: Wo bin ich? Woher bekomme ich Nahrung? Und was posten meine Freunde gerade im Netz? Der vollvernetzte Suchhund liefert die Antworten in solch lebensbedrohlichen Lagen. Dazu nutzt er eine spezielle Technik.

Wettbewerbsgegenstand

»Gesucht wird der beste Hundebau, das schönste Hundemöbel aller Zeiten. Sei es als ‚Haus im Haus’, als Möbel im Garten, oder als multifunktionaler Mensch-Hunde-Platz. Denn jeder Ästhet und Individualist, der mit einem Hund lebt und wohnt, arbeitet und spielt, wünscht sich auch für seinen besten Freund ein adäquates Zuhause.

Wettbewerbsaufgabe

Die Ausschreibung ‚h.und haus’ richtet sich an Designer, Architekten, Innenarchitekten, Handwerker und kreative Hundefreunde. Sie alle werden herausgefordert, ihren Einfallsreichtum und Humor, ihre Phantasie und Originalität ‚von der Leine’ zu lassen und ein einzigartiges Hundehaus oder –möbel zu entwerfen. Wir stellen uns vor, dass die Beiträge zu ‚h.und haus’ Objektcharakter haben, mit denen vielleicht sogar utopische Visionen ihrer Erbauer ‚en miniature’ realisierbar werden.

Allgemeine Anforderungen

Die Hundehäuser oder -möbel sollen funktionieren - also von einem Hund bewohnbar oder benutzbar sein. Ansonsten sind, was Materialien und Formen angeht, keine gestalterischen Grenzen und technischen Vorgaben gesetzt.

Architektenvereinigung Wessobrunner Kreis und ‚h.und’ Das Festival für Hundefreunde und Verwandte«

Die Rettung Verschütteter im digitalen Zeitalter

Wie eine Mondlandefähre schwebt die Suchhund-Landekapsel ein. Ein Helikopter setzt sie sanft in der Nähe des Unfallortes ab. Die drei Tellerfüße geben sicheren Stand auch auf wenig belastbarem und unebenem Untergrund. Nach der Landung öffnet sich die Bugklappe und der Rettungshund beginnt selbständig mit der Suche nach vermissten Personen.

Schnüffeln mit der Schnauze ist out: moderne Menschen neigen dazu, selbst in größter Not alles zu verlieren – außer ihrem Smartphone. Hier setzt die Suchfunktion des Hundes an. Die in seinem Halsband integrierte Bordelektronik spürt die Funksignale jedes Telefons zuverlässig auf. Eine Stirnkamera (neudeutsch: »Action-Camcorder«) filmt den Einsatz und sendet Echtzeitbilder an die Landekapsel, die ihrerseits die Signale verstärkt an den Hubschrauber weiterleitet.

Hat der Suchhund eine Person gefunden, kann der oder die Vermisste sein Telefon per USB-Buchse aufladen, wie gewohnt Nachrichten senden und empfangen sowie Selfies von sich und dem Vierbeiner hochladen. Dabei hilft die Rettungsdecke bei der optimalen Ausleuchtung des Sets. (Profi-Tipp: das reflektierte Licht der goldfarbenen Seite schmeichelt der Haut!).

Nach erfolgreichem Abschluss des Rettungseinsatzes erhält jede Patientin und jeder Patient einen Videomitschnitt in HD-Qualität. Übrigens kommen neuerdings Rottweiler immer häufiger zum Einsatz: Sie scheinen auf den Pics fotogen zu lächeln.

Die technische Ausrüstung

Die Technik besteht aus drei Komponenten: dem Hubschrauber, der Landekapsel und dem Suchhund-Endgerät, die miteinander kommunizieren. Die Landekapsel dient als Basislager und übernimmt die Funktion eines Datenrepeaters.

Das Suchhund-Endgerät

  • Hubschrauber-Kontrollzentrum mit Monitor und Sprechfunk
  • Kamera
  • LED-Leuchte
  • Kommunikations-Einheit für Retter und Gerettete
  • GPS-Sender und -Empfänger
  • USB-Schnittstelle
  • Bluetooth
  • Lautsprecher
  • Erste-Hilfe-Koffer
  • Rettungsdecke
  • Energieriegel
  • Infratot-Sensor

Die Landekapsel

  • Daten-Repeater
  • Akku-Ladestation
  • Lebensmittelvorrat
  • Ein-Personen-Biwak

Die Intention

Dieser Wettbewerbsbeitrag experimentiert mit verschiedenen Themen. Der entwurfliche Ansatz bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Architektur, Maschinenbau und Datentechnik. Die Grafik ist eine Collage aus Fotos und vektorisierten Strichzeichnungen. Ein in der Tiefe mehrfache Staffelung und Überlagerung von grafischen sowie fotorealen Elementen erzeugt einen besonderen künstlerischen Reiz.

Solche vom Arbeitsumfang stark begrenzten und eher spielerisch zu lösenden Entwurfsaufgaben (»Stegreif-Entwürfe«) fördern das konzeptionelle Denken, loten neue Möglichkeiten der grafischen Umsetzung aus und stärken die Teamarbeit.

Projektnachweis

Entwurf: Dominik Hauser, London; Stefan Unnewehr; London Entwurfsjahr: 2006
 

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